Eine KI-Bluttest-Analyse liest einen Laborbefund maschinell aus: Sie erkennt den Text, ordnet jedem Marker seinen Zahlenwert und seine Einheit zu, rechnet konventionelle Einheiten in SI-Einheiten um, vergleicht jeden Wert mit dem Referenzbereich des ausstellenden Labors, stellt Querbezüge zwischen zusammengehörenden Markern her und erklärt das Ergebnis in verständlicher Sprache. Eine Diagnose stellt sie nicht — die bleibt ärztliche Aufgabe.

Dieser Ratgeber zeigt, welche Schritte dabei tatsächlich ablaufen, welche Marker sich automatisiert einordnen lassen, warum Referenzbereiche zwischen zwei Laboren auseinandergehen, wie Sie mg/dl und mmol/l ineinander umrechnen, worauf Sie bei kostenlosen Angeboten achten sollten und welche Werte keinen Aufschub dulden.

Was ist eine KI-Bluttest-Analyse?

Gemeint ist Software, die einen fertigen Laborbefund entgegennimmt und ihn in eine Erklärung übersetzt. Sie misst nichts. Die Messung ist im Labor bereits erfolgt, mit kalibrierten Geräten, Kontrollproben und Ringversuchen. Die Software beginnt dort, wo der Ausdruck aus dem Drucker kommt.

Der Begriff „KI" beschreibt dabei meist drei zusammenarbeitende Bausteine. Ein Texterkennungsmodell überführt Bild oder PDF in Zeilen aus Marker, Wert, Einheit und Referenzbereich. Eine regelbasierte Schicht ordnet diese Zeilen bekannten Analyten zu und rechnet Einheiten um. Ein Sprachmodell formuliert daraus einen Text, der ohne labormedizinisches Vorwissen lesbar ist.

Der anspruchsvollste Teil ist nicht die Formulierung, sondern das fehlerfreie Auslesen. Ein verrutschter Dezimaltrenner macht aus einem Kalium von 4,2 mmol/l ein Kalium von 42 mmol/l, und aus einer harmlosen Zeile wird eine Warnung, die niemand braucht. Seriöse Werkzeuge zeigen deshalb die erkannten Zahlen an, damit Sie sie gegen Ihren Ausdruck prüfen können.

2,5 – 97,5Perzentile, die einen Referenzbereich begrenzen
10 – 20 %mögliche Abweichung zwischen zwei Laboren
0 Diagnosendie eine KI-Analyse stellen darf

Rechtlich ist die Abgrenzung wichtig: Ob eine solche Anwendung als Medizinprodukt gilt, hängt von ihrer Zweckbestimmung ab. Software, die zur Diagnose oder Therapieentscheidung bestimmt ist, fällt unter die europäische Medizinprodukteverordnung; das BfArM erläutert die Einstufung von Software als Medizinprodukt und die daran hängenden Pflichten. Rein informierende Erklärwerkzeuge treffen bewusst keine diagnostische Aussage und müssen das auch klar kommunizieren.

Wie eine KI einen Laborbefund Schritt für Schritt liest

Der Ablauf ist weniger geheimnisvoll, als das Wort „Analyse" vermuten lässt. Er besteht aus sechs Arbeitsschritten, die jeder für sich überprüfbar sind.

Waagerechter Ablauf in vier Stationen vom Einlesen des Befunds über das Angleichen der Einheiten und den Abgleich mit dem Referenzbereich bis zur ausgegebenen Erklärung
Die Kette vom hochgeladenen Dokument bis zur Erklärung — jeder Schritt kann Fehler erzeugen und muss nachvollziehbar bleiben.

Texterkennung und Strukturierung

Ein digital erzeugtes PDF enthält bereits eine Textebene und lässt sich nahezu verlustfrei auslesen. Ein abfotografierter Ausdruck nicht: Hier entscheiden Beleuchtung, Schärfe und die Frage, ob der Befund mehrspaltig gesetzt ist. Deutsche Laborbögen trennen Wert und Einheit oft über mehrere Spalten hinweg, und Fußnoten zu Methodenwechseln stehen am Blattende.

Zuordnung der Marker

Derselbe Analyt trägt je nach Labor unterschiedliche Namen. GPT, ALAT und ALT meinen denselben Leberwert, GOT und ASAT ebenfalls; Leukozyten erscheinen als WBC, Thrombozyten als PLT, Hämoglobin als Hb. Ohne saubere Synonymliste oder eine Codierung nach LOINC entstehen Doppelungen und Lücken.

Einheiten normalisieren

Erst wenn alle Werte in einer gemeinsamen Einheit vorliegen, ist ein Vergleich über Befunde hinweg zulässig. Dieser Schritt ist in Deutschland besonders relevant, weil konventionelle und SI-Einheiten nebeneinander im Umlauf sind.

Referenzabgleich, Querbezüge und Erklärung

Maßgeblich ist der Bereich, den Ihr Labor gedruckt hat, nicht ein Standardwert aus dem Lehrbuch. Anschließend werden Marker verknüpft, die nur gemeinsam Sinn ergeben: Ferritin gehört zu CRP, weil Ferritin als Akute-Phase-Protein bei Entzündung steigt und einen Eisenmangel verdecken kann. Calcium gehört zu Albumin, MCV zu RDW, Kreatinin zu Alter und eGFR, GOT zu GPT.

Nummerierter Ablauf in sechs Schritten von der Texterkennung über die Zuordnung der Marker, die Normalisierung der Einheiten und den Referenzabgleich bis zur Prüfung der Querbezüge und der fertigen Erklärung
Sechs Arbeitsschritte, die zwischen dem hochgeladenen Befund und dem fertigen Text liegen.

Welche Blutwerte eine KI auswerten kann

Gut automatisierbar ist alles, was als klar definierte Zahl mit Einheit und Referenzbereich auf dem Bogen steht. Das betrifft den größten Teil eines Routinebefunds.

Blutbild: Hämoglobin, Hämatokrit, Erythrozyten, MCV, MCH, MCHC, RDW, Leukozyten mit maschinellem Differenzialblutbild und Thrombozyten. Entzündung: CRP, Blutsenkung, bei Bedarf Procalcitonin. Leber: GPT, GOT, GGT, alkalische Phosphatase, Bilirubin. Niere: Kreatinin, eGFR, Harnstoff, Cystatin C. Stoffwechsel und Fette: Nüchternglukose, HbA1c, Gesamtcholesterin, LDL, HDL, Triglyzeride, Lipoprotein(a). Elektrolyte: Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium. Eisenstatus: Ferritin, Transferrin, Transferrinsättigung. Vitamine und Hormone: Vitamin B12 oder Holotranscobalamin, Folsäure, 25-OH-Vitamin-D, TSH, fT3, fT4.

Ringdiagramm, das die Positionen eines typischen Check-up-Befunds auf Blutbild, Leber- und Nierenwerte, Zucker- und Fettstoffwechsel sowie Hormone und Vitamine verteilt
Beispielhafte Zusammensetzung eines Check-up-Befunds — der genaue Umfang hängt von der Fragestellung ab.

Die Schilddrüsenparameter sind ein gutes Beispiel dafür, dass Einzelwerte wenig aussagen: Erst die Kombination aus TSH, fT4 und Antikörpern trennt eine latente von einer manifesten Störung. Wie diese Konstellationen zusammenhängen, haben wir in einem eigenen Beitrag zu TSH, fT3, fT4 und den Schilddrüsenantikörpern ausführlich beschrieben.

Was eine KI-Analyse leisten kann und wo der Vorbehalt liegt
AufgabeKann die KI das?Vorbehalt
Werte und Einheiten aus dem Dokument auslesenJa, zuverlässigSchiefe Fotos, Knicke und Schatten erzeugen Lesefehler
Konventionelle in SI-Einheiten umrechnenJa, exaktNur wenn die Einheit auf dem Befund ausgewiesen ist
Werte mit dem Referenzbereich vergleichenJaGültig ist ausschließlich der Bereich Ihres Labors
Zusammenhänge zwischen Markern benennenMeistOhne Vorbefunde fehlt der zeitliche Verlauf
Störungen durch Medikamente berücksichtigenTeilweiseNur wenn Sie Präparat, Dosis und Einnahmezeit angeben
Verlauf über mehrere Befunde darstellenJa, mit VorbefundenDie Messmethoden müssen vergleichbar sein
Eine Diagnose stellenNeinErfordert Anamnese, Untersuchung und Verlauf
Therapie beginnen oder Dosis ändernNeinÄrztliche Entscheidung, auch aus Haftungsgründen
Einen akuten Notfall erkennenNeinKritische Konstellationen brauchen sofortige Klärung

Was eine KI-Analyse nicht leisten kann

Dieser Abschnitt ist der wichtigste des Ratgebers, weil die Lücken größer sind, als die Oberfläche einer gut gestalteten Anwendung vermuten lässt.

Keine Diagnose

Ein Laborwert ist eine Wahrscheinlichkeitsaussage, keine Krankheit. Ein erhöhtes CRP sagt, dass irgendwo im Körper eine Entzündungsreaktion läuft — es sagt nicht, ob es sich um eine Bronchitis, eine Zahnwurzelentzündung, eine rheumatische Erkrankung oder eine Reaktion nach einer Operation handelt. Die Diagnose entsteht aus der Zusammenschau von Beschwerden, Vorgeschichte, Untersuchungsbefund, Labor, Bildgebung und Verlauf.

Keine Anamnese

Der Software fehlt genau das Gespräch, das in der Sprechstunde den Ausschlag gibt: seit wann die Beschwerden bestehen, welche Erkrankungen in der Familie vorkommen, ob eine Schwangerschaft besteht, wie der Zyklus verläuft, welche Reisen zurückliegen, welcher Beruf ausgeübt wird und welche Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. Ohne diese Angaben bleibt jede Einordnung allgemein.

Keine körperliche Untersuchung

Blässe der Schleimhäute, eine vergrößerte Milz, geschwollene Lymphknoten, Ödeme an den Unterschenkeln, ein auffälliger Blutdruck oder ein Ikterus der Skleren sind Befunde, die erst am Menschen entstehen. Sie verändern die Bewertung derselben Laborzahl grundlegend.

Referenzbereiche je Labor

Ein Algorithmus, der Standardbereiche aus einer internen Tabelle verwendet statt den Bereich vom Befund, produziert systematisch falsche Pfeile. Das ist einer der häufigsten Fehler allgemeiner Chatbots.

Medikamenteninterferenzen und Präanalytik

Hochdosiertes Biotin aus Haar- und Nagelpräparaten verfälscht Immunoassays; wie stark dieser Störfaktor TSH und fT4 verschiebt, haben wir gesondert beschrieben. Metamizol kann Kreatinin in der Jaffé-Methode falsch niedrig erscheinen lassen. Eine hämolytische Probe treibt Kalium und LDH nach oben, ohne dass im Körper etwas passiert wäre. Kortison erzeugt eine Leukozytose, körperliche Anstrengung eine CK-Erhöhung, eine zu lange Stauung bei der Blutentnahme einen falsch hohen Kaliumwert.

Sechs Kacheln, die gegenüberstellen, was die Analyse gut beherrscht, wo sie auf Ihre Angaben angewiesen ist und was sie grundsätzlich nicht leisten darf
Drei Kategorien: sicher automatisierbar, nur mit Ihren Angaben möglich, grundsätzlich ärztliche Aufgabe.

Warum Referenzbereiche zwischen Laboren abweichen

Ein Referenzbereich ist eine Statistik, kein Grenzwert für Gesundheit. Er beschreibt das Intervall zwischen der 2,5. und der 97,5. Perzentile eines gesunden Referenzkollektivs. Damit liegen fünf Prozent gesunder Menschen per Definition außerhalb.

Daraus folgt eine Zahl, die jeden Check-up relativiert: Werden zwanzig voneinander unabhängige Parameter bestimmt, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass alle zwanzig im Bereich liegen, bei rund 36 Prozent. Ein einzelner Pfeil auf einem umfangreichen Befund ist also eher die Regel als die Ausnahme.

Drei Kennzahlkacheln zum Anteil der Gesunden im Referenzbereich, zur Wahrscheinlichkeit unauffälliger Panels und zum Umrechnungsfaktor für Glukose
Drei Zahlen, die erklären, warum ein einzelner Pfeil auf dem Befund noch keine Krankheit bedeutet.

Hinzu kommen methodische Unterschiede. Kreatinin wird je nach Labor nach Jaffé oder enzymatisch gemessen, Vitamin D per Immunoassay oder per Massenspektrometrie, Ferritin mit Assays verschiedener Hersteller. Jedes Verfahren bringt seinen eigenen Referenzbereich mit. Bevölkerungsbezogene Vergleichsdaten für Deutschland veröffentlicht das Robert Koch-Institut aus seinen Gesundheitssurveys; sie zeigen, wie stark Verteilungen mit Alter und Geschlecht variieren.

Das Einheitenproblem: konventionell gegen SI

In Deutschland stehen zwei Systeme nebeneinander. Konventionelle Einheiten geben eine Masse pro Volumen an, also mg/dl oder g/dl. SI-Einheiten geben eine Stoffmenge pro Volumen an, also mmol/l oder µmol/l. Welches System auf dem Bogen erscheint, hängt vom Labor ab: Glukose und Cholesterin werden in deutschen Praxislaboren überwiegend in mg/dl berichtet, in Kliniken und in weiten Teilen Nord- und Osteuropas dagegen in mmol/l. Hämoglobin erscheint meist in g/dl, in manchen Häusern aber in mmol/l.

Der Umrechnungsfaktor ergibt sich aus der Molmasse des jeweiligen Stoffes und ist damit fest. Ein Vergleich zweier Befunde ohne Umrechnung ist schlicht falsch — ein Cholesterin von 5,2 und eines von 200 beschreiben denselben Wert.

Umrechnung der häufigsten Laborwerte zwischen konventionellen und SI-Einheiten
LaborwertKonventionellSI-EinheitUmrechnungBeispiel
Glukose, nüchtern70 – 99 mg/dl3,9 – 5,5 mmol/lmg/dl × 0,0555100 mg/dl = 5,6 mmol/l
Gesamtcholesterin< 200 mg/dl< 5,2 mmol/lmg/dl × 0,0259240 mg/dl = 6,2 mmol/l
LDL-Cholesterin< 116 mg/dl< 3,0 mmol/lmg/dl × 0,0259160 mg/dl = 4,1 mmol/l
Triglyzeride< 150 mg/dl< 1,7 mmol/lmg/dl × 0,0113200 mg/dl = 2,3 mmol/l
Kreatinin0,5 – 1,1 mg/dl44 – 97 µmol/lmg/dl × 88,41,3 mg/dl = 115 µmol/l
Bilirubin gesamt< 1,2 mg/dl< 21 µmol/lmg/dl × 17,12,0 mg/dl = 34 µmol/l
Harnsäure3,5 – 7,0 mg/dl208 – 416 µmol/lmg/dl × 59,58,0 mg/dl = 476 µmol/l
Hämoglobin12 – 16 g/dl7,4 – 9,9 mmol/lg/dl × 0,62110,4 g/dl = 6,5 mmol/l
HbA1c5,7 % (DCCT)39 mmol/mol (IFCC)(% - 2,15) × 10,9296,5 % = 48 mmol/mol

Wer nachvollziehen möchte, wie ein Laborbefund Zeile für Zeile aufgebaut ist, findet bei Fachportalen wie Kan Testi kommentierte Musterbefunde, an denen sich das Zusammenspiel von Wert, Einheit und Referenzspalte gut nachvollziehen lässt.

KI, Hausarzt oder allgemeiner Chatbot?

Die drei Wege lösen unterschiedliche Aufgaben, und sie schließen einander nicht aus. Entscheidend ist, wofür man welches Werkzeug einsetzt.

Ein allgemeiner Chatbot kennt weder Ihren Befund noch Ihr Labor. Er verarbeitet das, was Sie abtippen, greift auf Standardbereiche zurück und kann Zahlen verwechseln, wenn Sie ein Foto hochladen. Für die Frage, was ein Fachbegriff bedeutet, ist er brauchbar; für die Frage, ob Ihr konkreter Wert auffällig ist, nicht.

Eine spezialisierte Analyse liest den Befund strukturiert aus, übernimmt den gedruckten Referenzbereich, rechnet Einheiten um und macht kenntlich, welche Werte zusammengehören. Sie bleibt trotzdem auf das beschränkt, was auf dem Papier steht.

Die ärztliche Beurteilung ist der einzige Weg, der Anamnese, Untersuchung, Vorbefunde und weiterführende Diagnostik zusammenbringt — und der einzige, der behandeln darf. Welche Anforderungen an Software mit medizinischer Zweckbestimmung gestellt werden und wie Vorkommnisse gemeldet werden, regelt in Deutschland das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Vergleichstabelle mit vier Spalten für das eigenständige Deuten, einen allgemeinen Chatbot, eine spezialisierte KI-Analyse und die ärztliche Beurteilung entlang von sechs Kriterien
Vier Wege im Vergleich — nur die letzte Spalte umfasst Anamnese, Untersuchung und Behandlung.

Sind kostenlose KI-Blutbild-Analysen sicher?

Kostenlos heißt nicht folgenlos. Prüfen Sie zuerst das Geschäftsmodell: Finanziert sich der Dienst über Werbung, über den Verkauf von Zusatzleistungen, über die Vermittlung von Tests oder über die Auswertung Ihrer Daten? Nur die letzte Variante ist ein Ausschlusskriterium.

Laborbefunde sind Gesundheitsdaten und damit nach Artikel 9 DSGVO eine besondere Kategorie personenbezogener Daten. Ihre Verarbeitung ist grundsätzlich untersagt und nur mit Ihrer ausdrücklichen, informierten Einwilligung zulässig. Für den Schutz von Patientendaten und die Regeln zur elektronischen Patientenakte gibt das Bundesministerium für Gesundheit den rechtlichen Rahmen vor.

Zweispaltige Checkliste mit sechs Punkten, die vor dem Hochladen eines Befunds zu prüfen sind, und sechs Punkten, die man besser unterlässt
Was vor dem Hochladen eines Laborbefunds zu klären ist — und was Sie besser unterlassen.

Sechs Punkte sollten vor dem ersten Upload geklärt sein: Wo stehen die Server und gilt europäisches Recht? Werden Ihre Daten zum Training von Modellen verwendet, und können Sie widersprechen? Wie lange werden Dokumente gespeichert und wie löschen Sie sie? Gibt es ein vollständiges Impressum mit ladungsfähiger Anschrift? Läuft die Übertragung verschlüsselt? Und sind Auftragsverarbeiter benannt?

Welche Werte sofort ärztlich abgeklärt gehören

Einige Konstellationen dulden keinen Aufschub. Labore melden solche Ergebnisse in der Regel telefonisch an die einsendende Praxis; wenn Sie einen Befund selbst in der Hand halten, sollten Sie diese Schwellen kennen.

Kritische Laborkonstellationen, die eine sofortige Abklärung erfordern
WertSchwelleWarum es eilt
Hämoglobinunter 7 g/dl (4,3 mmol/l)Sauerstofftransport kritisch eingeschränkt
Thrombozytenunter 20.000/µlGefahr spontaner Blutungen
Neutrophile Granulozytenunter 500/µlFieber wird zum infektiologischen Notfall
Kaliumunter 2,8 oder über 6,0 mmol/lHerzrhythmusstörungen möglich
Natriumunter 120 oder über 160 mmol/lHirnödem und Bewusstseinsstörung
Glukoseunter 50 mg/dl oder über 400 mg/dlUnterzuckerung oder Stoffwechselentgleisung
Calciumüber 3,0 mmol/lHyperkalzämische Krise
KreatininAnstieg über 0,3 mg/dl in 48 StundenHinweis auf akutes Nierenversagen
CRPüber 100 mg/l mit FieberVerdacht auf schwere bakterielle Infektion

Unabhängig von jeder Zahl gilt: Neu aufgetretene Luftnot, Brustschmerz, Bewusstseinstrübung, Krampfanfall, nicht stillbare Blutung oder hohes Fieber mit Schüttelfrost sind Gründe, sofort medizinische Hilfe zu holen. Keine Software ersetzt diese Entscheidung, und keine Analyse sollte den Gang in die Praxis verzögern.

Wie BloodAI Analytics arbeitet

Unsere Analyse folgt genau der beschriebenen Kette. Ihr Befund wird ausgelesen, jeder Marker einem bekannten Analyten zugeordnet, die Einheit normalisiert und anschließend gegen den Referenzbereich geprüft, der auf Ihrem eigenen Dokument steht. Die erkannten Zahlen werden angezeigt, damit Sie sie gegen den Ausdruck kontrollieren können.

Anschließend werden zusammengehörende Marker gemeinsam gelesen — Ferritin mit CRP, Calcium mit Albumin, Kreatinin mit Alter und eGFR — und typische Störfaktoren benannt, sofern Sie Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel angegeben haben. Am Ende steht kein Befundurteil, sondern eine Erklärung in Alltagssprache und eine Liste konkreter Fragen für Ihren nächsten Termin. Wer zusätzlich eine unabhängige Gegenprobe für einzelne Blutwerte heranziehen möchte, kann die Einordnung damit weiter absichern.

Ihren eigenen Befund können Sie direkt über die Analyseseite von BloodAI Analytics hochladen. Weitere Ratgeber zu Eisenstatus, Entzündungsmarkern, Leberwerten und Stoffwechselprofilen finden Sie in unserem deutschsprachigen Blutwerte-Blog. Eine ärztliche Beurteilung ersetzt das ausdrücklich nicht — aber Sie verstehen, was auf Ihrem Befund steht, und wissen, welche Fragen Sie stellen sollten.

Häufige Fragen

Ja, im Sinne einer strukturierten Einordnung. Eine KI liest Werte, Einheiten und Referenzbereiche aus dem Befund aus, vergleicht jede Zahl mit dem Bereich des ausstellenden Labors, stellt Querbezüge zwischen zusammengehörenden Markern her und erklärt das Ergebnis in Alltagssprache. Sie wertet damit aus, aber sie diagnostiziert nicht: Eine Diagnose entsteht erst aus Beschwerden, Vorgeschichte, körperlicher Untersuchung und Verlauf.

Die Zuverlässigkeit hängt an zwei Stellen. Beim Auslesen ist sie hoch, wenn ein maschinenlesbares PDF vorliegt, und sinkt spürbar bei schiefen Handyfotos, Knicken und Schatten. Bei der Einordnung ist sie hoch, solange der Referenzbereich des Labors mitgelesen wird, und sie ist begrenzt, sobald Medikamente, Präanalytik oder Vorerkrankungen eine Rolle spielen, die dem System nicht bekannt sind. Prüfen Sie die ausgelesenen Zahlen deshalb immer gegen Ihren Ausdruck.

Kostenlose Angebote existieren, unterscheiden sich aber stark. Entscheidend ist weniger der Preis als das Geschäftsmodell: Prüfen Sie, wo die Daten verarbeitet werden, ob sie zum Training von Modellen genutzt werden, wie lange sie gespeichert bleiben und ob ein vollständiges Impressum vorhanden ist. Gesundheitsdaten sind nach Artikel 9 DSGVO besonders geschützt und dürfen nur mit Ihrer ausdrücklichen Einwilligung verarbeitet werden.

Nein. Eine KI-Analyse bereitet das Gespräch vor, sie ersetzt es nicht. Ihr fehlen die Anamnese, die körperliche Untersuchung, der Zugriff auf Vorbefunde und die Möglichkeit, weiterführende Diagnostik zu veranlassen. Sinnvoll eingesetzt sorgt sie dafür, dass Sie mit konkreten Fragen in die Sprechstunde gehen, statt mit einem Blatt voller Pfeile.

Schwierig wird es überall dort, wo die Zahl allein nicht trägt: beim mikroskopischen Differenzialblutbild mit Beurteilung der Zellmorphologie, bei Gerinnungswerten unter laufender Antikoagulation, bei Tumormarkern ohne klinischen Kontext, bei Werten unter akuter Infektion und bei allen Ergebnissen, die im Verlauf und nicht als Momentaufnahme gelesen werden müssen.

Ein Referenzbereich ist kein Naturgesetz, sondern das Intervall, in dem 95 Prozent eines gesunden Referenzkollektivs liegen. Er hängt vom eingesetzten Testsystem, von der Kalibration, vom untersuchten Kollektiv und von Alter und Geschlecht ab. Zwischen zwei Laboren können die Grenzen deshalb um zehn bis zwanzig Prozent auseinandergehen. Maßgeblich ist immer der Bereich, der auf Ihrem eigenen Befund steht.

Beides beschreibt dieselbe Konzentration in unterschiedlicher Sprache. Milligramm pro Deziliter ist eine Massenangabe, Millimol pro Liter eine Stoffmengenangabe; der Umrechnungsfaktor ergibt sich aus der Molmasse des Stoffes. Bei Glukose gilt mg/dl mal 0,0555 gleich mmol/l, bei Cholesterin mg/dl mal 0,0259. Eine Zahl ohne Einheit ist deshalb wertlos, und ein Vergleich über Einheitengrenzen hinweg ohne Umrechnung ist irreführend.

Es kann es sein, wenn der Anbieter die Vorgaben der DSGVO einhält: Verarbeitung auf Grundlage Ihrer ausdrücklichen Einwilligung, klar benannter Zweck, Serverstandort und Auftragsverarbeiter transparent ausgewiesen, definierte Löschfristen, verschlüsselte Übertragung und ein wirksames Recht auf Auskunft und Löschung. Schwärzen Sie Name, Geburtsdatum und Versichertennummer, bevor Sie ein Dokument hochladen.

Quellen & weiterführende Literatur

Blutbild analysieren

Laden Sie Ihren Laborbefund hoch und erhalten Sie in Minuten eine verständliche Erklärung.

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Dieser Beitrag ist Gesundheitsinformation und keine medizinische Diagnose. Besprechen Sie Ihre Werte immer mit einer Ärztin oder einem Arzt.